Neues Education-Projekt: Rituale

Ein großes dreijähriges Education-Projekt liegt hinter uns: Das Gesangsprojekt „Carmina Burana“ (Mai 2013), das Tanzprojekt „Die Planeten“ nach der Orchestersuite von Gustav Holst (Mai 2014) und die Uraufführung des Musiktheaterstückes „Die Orchestermäuse“ von Howard Griffiths/Fabian Künzli (Mai 2015). Das Gesamtprojekt wurde uns ermöglicht durch die DROSOS Stiftung Zürich; unterstützt wurde es auch durch die Sparkasse Oder-Spree.

Bei allen unseren bisherigen Projekten erwies sich, wie wichtig die Education-Arbeit gerade in dieser „strukturschwachen“ Region ist. In unserer Podiumsdiskussion vor der Premiere der „Orchestermäuse“ („Leere in der Provinz? Kultur weckt junge Potenziale“) wurde dieses Thema ausführlich unter Anwesenheit von Staatssekretär Martin Gorholt (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg), GMD Howard Griffiths, Europa-Vertreter der DROSOS Stiftung Tobias Lengsfeld und Teilnehmern des letzten Education-Projektes diskutiert. Die Meinung war einhellig: Allen Kindern – auch und vor allem denen, die vom Elternhaus wenig Unterstützung erfahren – sollte die Teilhabe am kulturellen Leben ermöglicht werden. Da tragen wir als Orchester, eben vor allem in dieser Region, eine große Verantwortung.

Deshalb werden wir diese Projekte weiterführen, sie sollen fest im Spielplan verankert werden. Möglich ist dies natürlich nur durch die finanzielle Unterstützung der Stadt, vom Land Brandenburg – und vor allem von Stiftungen und Sponsoren – darauf hoffen wir auch bei den nächsten geplanten Projekten, die bis 2018 konzipiert sind.

Im ersten Projekt (Premiere im Mai 2016) geht es um Rituale. Rituale findet man in allen Lebensbereichen: Politik, Schule, Alltag, Sport und Musik. Es gibt viele Rituale, kleine, große, sehr bedeutende, sehr persönliche. Wichtig ist dabei, dass eine Handlung nach Regeln erfolgen muss, die einen formellen oder feierlichen Rahmen hat, begleitet z.B. von Wortformeln, Gesten oder Musik. Dabei sind Symbole sehr wichtig, entweder religiöser oder weltlicher Art. Der Mensch benötigt Rituale in seinem Zusammenleben in der Gesellschaft, sie stärken eine Gemeinschaft und können Sicherheit geben, weil sie sich stets wiederholen und den Fortbestand der Welt symbolisieren: Beispielsweise tägliches Schlaflied oder ein tägliches Gebet. Es gibt in unserem Alltag viele „kleine Rituale“, die man fast nicht mehr als Ritual wahrnimmt, weil sie so alltäglich sind: Bei einer Begrüßung das Wangenküsschen in Frankreich oder Händeschütteln in Deutschland, ein Gebet vor dem Essen oder das gemeinsame Fastenbrechen, die rituelle Waschung oder die Suche nach Ostereiern, ebenso wie die Nationalhymne singen vor einem Fußball-Länderspiel.

All das soll in unserem nächsten Projekt thematisiert und musikalisch sowie choreographisch/rhythmisch umgesetzt werden. Initiator und Leiter dieses ersten Projektes ist der international renommierte Perkussionist, Autor und Komponist, Murat Coskun; er ist außerdem künstlerischer Direktor des Tamburi Mundi Festivals Freiburg. Murat Coskun absolvierte ein Studium der Orientalistik und Musikethnologie. Er vermittelt zwischen den musikalischen Welten des Orients und Okzidents, schöpft aus einem großen Musikrepertoire unterschiedlichster Kulturen und engagiert sich in vielen Stilrichtungen wie Weltmusik, Klassik, Alte Musik, Jazz und Neue Musik. Ihm zur Seite wird die Choreographin und Regisseurin Be van Vark stehen, die bereits zwei Projekte des BSOF leitete.

Eingeladen zum Projekt sind wieder Schulen aus Frankfurt (Oder), den Landkreisen Märkisch Oderland und Oder-Spree sowie aus Polen. Rund 300 Schüler werden beteiligt sein.

www.drosos.org

Drosos Stiftung

Märkische Oderzeitung Sparkasse Oder-Spree Schloss Trebnitz

Schloss Trebnitz


 
 
 

DER KONZERTTIPP

Dienstag, 26. Dezember 2017,
17.00 Uhr
Konzerthalle


Weihnachtskonzert: Hänsel und Gretel

Weihnachtskonzert

Engelbert Humperdinck
»Hänsel und Gretel«


Stephan Holzapfel, Erzähler
Constanze Jader, Hänsel,
Soo Yeon Lim, Gretel
Rahel Ava Indermaur, Mutter/Hexe
Kevin Griffiths, Dirigent





Preise unter www.nikolaisaal.de
 


WUSSTEN SIE SCHON?