10. Philharmonic Concert »Freiheitsliebend«

10. Symphony Concert - Bild1 (1312 x 738)
Frank Dupree spielt mit dem BSOF ein jazziges Klavierkonzert
18. June 2027, 19:30 • Hall 4 / Frankfurt (Oder) Exhibition Grounds
  • Jean Sibelius: „Finlandia“ op. 26 Nr.7 Tondichtung
  • Nikolai Kapustin: Klavierkonzert Nr. 5 op.72
  • Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43
  • Frank Dupree, Piano
  • Felix Mildenberger, conductor

Wenige Werke in der Musikgeschichte sind so eng mit der Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung verknüpft wie die Tondichtung »Finlandia« von Jean Sibelius. Sie entstand 1899/1900, als die von Russland beherrschten Finnen immer stärker nach nationaler Souveränität drängten. Dieses Verlangen korrespondiert in der »Finlandia« in einer von Sibelius erfundenen neuartigen musikalischen Sprache, die dennoch typisch finnisch wirkt. Das Stück beginnt dunkel und bedrohlich mit finsteren Blechbläser-Akkorden, in denen die Zeit der russischen Bedrückung nachhallt. Doch dann wird es unruhig, auch wütend. Der Widerstand erwacht. Hoffnung durchleuchtet die Musik wie in jener berühmten feierlichen Melodie, die als inoffizielle Hymne Finnlands bezeichnet wird. Es ist die Melange aus kämpferischer Dramatik und sakraler Ruhe, die die »Finlandia« so besonders macht.

Eng verwandt mit ihr ist Sibelius‘ kurz nach der »Finlandia« entstandene Sinfonie Nr. 2. Sie setzt deren nordisch-heroische Tonsprache fort und nutzt eine Klangpalette, die oft mit finnischer Landschaft assoziiert wird. Was sie besonders reizvoll macht, ist ihr Reichtum an melodischen Erfindungen, die positive Grundstimmung, die volkstümliche Färbung und das hymnische Finale.

Mit diesen Werken umrahmen wir das Klavierkonzert Nr. 5 von Nikolai Kapustin. Freiheit war auch für den ukrainisch-russischen Komponisten ein großes Thema – bei ihm bezog sich das vor allem auf die Musik. Er hat Klassik und Jazz auf geniale Weise zu etwas Neuem verschmolzen. Wie klassische Komponisten hat er – für Jazzer eigentlich undenkbar – die Soli immer komplett ausgeschrieben. Und trotzdem atmet auch bei seinem impulsiven, musikalisch hochspannenden Klavierkonzert Nr. 5 der Jazz aus jeder Note.

Es ist in Deutschland, wahrscheinlich weltweit, kein Pianist zu finden, der den lange übersehenen und fast vergessenen Kapustin so ausgefeilt und kenntnisreich spielen kann wie Frank Dupree. Unser Solist des Abends ist einer der besten Kapustin-Kenner, hat zur Wiederentdeckung dieses Komponisten viel beigetragen und dessen Werke mehrfach und sensationell eingespielt – wie auch das Klavierkonzert Nr. 5. Diesen Abend der Freiheit und musikalischen Grenzüberschreitung dirigiert GMD Felix Mildenberger.