3. Klassik am Sonntag

- Louise Farrenc: Ouvertüre Nr.1 e-Moll op.23
- Max Bruch: Schottische Fantasie für Solovioline und Orchester op. 46
- Franz Schubert: Fantasie f-Moll op.103 f-Moll D940 orchestriert von Felix Mottl
- Franz Schubert: Sinfonie Nr. 7 h-Moll D 759 „Unvollendete“
- Elias David Moncado, Violin
- Felix Mildenberger, conductor
Musik als in Töne gegossene Fantasie stellt dieses Konzert in den Mittelpunkt. Mit seiner »Schottischen Fantasie« schuf Max Bruch ein Violinkonzert, das geprägt ist von Anklängen an schottische Volksliedmelodien. Dennoch verlangt das virtuose Werk dem Solisten Höchstleistungen ab. In die Klänge Schottlands entführt der junge Geiger Elias David Moncado. Er kann bereits auf eine internationale Karriere zurückblicken, ist Preisträger mehrerer Wettbewerbe und bei vielen internationalen Orchestern und Festivals zu Gast. Er ist unter anderem Stipendiat der Anne-Sophie Mutter Stiftung und steht mit der berühmten Geigerin regelmäßig gemeinsam auf der Bühne.
Auch Franz Schubert komponierte eine Fantasie, ursprünglich für Klavier zu vier Händen. Da das Werk große Beliebtheit erlangte, sollte es auch in den Konzertsälen gespielt werden, und Felix Mottl fertigte eine Orchesterfassung an. Der lebhaft-sprudelnde Ausdruck der »Schottischen Fantasie« wird in der Klavierfantasie jedoch in Resignation und Trauer gekehrt. So sind hier die beiden konträren Seiten der Fantasie-Interpretation gegenübergestellt.
Gerahmt werden die beiden musikalischen Fantasien von Louise Farrencs »Ouvertüre Nr. 1« und Franz Schuberts »Unvollendeter Sinfonie«. Farrence erhielt, ungewöhnlich für eine Frau im 19. Jahrhundert, Kompositionsunterricht bei Beethovens Freund Anton Reicha und Johann Nepomuk Hummel. Damit konnte sie ihren Traum der Musik voller Leidenschaft und Fantasie ausleben. Neben vielen Klavierwerken zeigt sich in den Orchesterkompositionen vor allem ihre Vorliebe für die Bläser.
In seiner Sinfonie Nr. 7 beendete Franz Schubert das Komponieren seiner musikalischen Fantasiereise nie und schuf dennoch eines seiner bedeutendsten Werke. Es changiert zwischen unheilvoller Dramatik und Walzerseligkeit. Den eigenen Fantasien, wie Schubert sein Werk wohl vollendet hätte, sind hier keine Grenzen gesetzt.