1. Klassik am Sonntag

- Ludwig van Beethoven: „Leonore“-Ouvertüre Nr. 3 op. 72
- Franz Anton Hoffmeister: Konzert für Viola D-Dur
- Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 100 G-Dur Hob. I:100 „Militär“
- Amihai Grosz, Viola
- Nicholas McGegan, Dirigent
Eine Oper, aber vier Ouvertüren – das ist Beethovens Bilanz im Bereich der Opernkompositionen. Bei seiner einzigen Oper »Fidelio« tat Ludwig van Beethoven sich schwer; änderte, korrigierte und verwarf immer wieder ganze Ideen. Erst seine vierte Komposition im Kampf um die passende Ouvertüre genügte seinen Ansprüchen als Operneröffnung. Trotzdem sind auch die drei vorangegangenen Fassungen im Konzertsaal nicht unbekannt. Vor allem die dritte »Leonoren-Ouvertüre« eroberte mit ihrer musikalischen Dramatik die Bühne.
Dramatik entsteht auch, wenn Joseph Haydn im zweiten und vierten Satz seiner »Militärsinfonie« mit großem Schlagzeugaufgebot eine Militärkapelle assoziiert. Über die musikalische Idylle, in der die für Haydn typische Leichtigkeit seiner Musik nicht fehlen darf, bricht unerwartet ein gewaltsamer Schrecken herein. Haydn reagiert damit zeithistorisch gesehen mit seiner Sinfonie auf die politischen Umbrüche am Ende des 18. Jahrhunderts und ist in seinem musikalischen Ausdruck bis heute aktuell. Mit diesen Werken beleuchtet das BSOF zu Beginn der Saison den musikalischen wie menschlichen Freiheitswillen.
Kämpferisch auf Freiheit drängend rahmen die Werke von Beethoven und Haydn das Violakonzert von Franz Anton Hoffmeister. Neben dem Solokonzert von Carl Stamitz gilt es als eines der schwierigsten Konzerte für die Bratsche der Wiener Klassik und ist ein anspruchsvolles Probespielstück. Neben den technischen Herausforderungen ist es aber auch ein Werk der Lyrik und Melancholie, die die Bratsche in großen Bögen singen lassen.
Der Aufgabe, die konträren Satzgestaltungen mit all ihren Facetten zu interpretieren, stellt sich »Artist in Residence« Amihai Grosz, Solobratschist der Berliner Philharmoniker. An seiner Seite steht der englische Dirigent Nicholas McGegan. Als Dirigent und Cembalist ist er weltweit unterwegs und ein Experte für die historische Aufführungspraxis.