6. Sonntagsmatinee
- Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquintett Nr. 5 D-Dur KV 593
- Johannes Brahms: Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
- Naoko Fujita, Violine
- Zhi Ma, Violine
- Saerok Park, Viola
- Mingyue Yu, Viola
- Yura Park, Violoncello
Das Streichquintett Nr. 2 ist das vielleicht kontrastreichste Werk, das Brahms für Streicher geschrieben hat. Dieses vielfarbige Tongemälde changiert zwischen Überschwang und fragiler Zartheit. Melancholische Heiterkeit und eine dem Csárdás abgelauschte Fröhlichkeit treffen auf dunkle Wehmut. Dieses ausgereifte, sehr spannende Spätwerk Brahms‘ wirkt zudem wie eine Rückschau auf ein ganzes Musikjahrhundert. Brahms setzt sich in Beziehung zu wichtigen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Die Themen seines Quintetts rufen Erinnerungen wach an Richard Wagner, Johann Strauß, Beethoven und Mendelssohn. Das alles ist geprägt von dichter thematischer Arbeit und einer verschwenderischen Klangfülle.
Darüber aber schwebt noch ein größeres Idol: Mozart. Dessen Streichquintette waren für Brahms ein Muster an formaler Vollkommenheit. Wobei das zweite den Ruhm des ersten noch überstrahlt. Musikwissenschaftler wie Charles Rosen sehen im Streichquintett Nr. 2 Mozarts größte Leistung im Bereich der Kammermusik. Mozart selbst betrachtete es als eines seiner besten Kammermusikschöpfungen. Es war der Auftakt zu dem künstlerischen Höhenflug seines letzten Lebensjahres. In dieser subtilen Musik begegnen sich Ironie und tiefe Melancholie auf besonders berührende Weise. Schlichte, liedhafte Melodien entwickeln sich raffiniert aus den kleinsten motivischen Bausteinen. Gekrönt wird dies alles von einem zum Dahinschmelzen schönen Adagio in G-Dur – dem wahrscheinlich ergreifendsten langsamen Satz in Mozarts gesamter Kammermusik.
Preise
- Normalpreis: 16.00 EUR
- Kinder: 5.00 EUR
- ermäßigt: 8.00 EUR
- Ehrenamt: 8.00 EUR
- 5-Euro-Ticket: 5.00 EUR