7. Philharmonisches Konzert »Rätselhaft«

7. Philharmonisches Konzert »Rätselhaft« - Bild1 (1312 x 738)
GMD Felix Mildenberger dirigiert Mahlers Monumentalwerk
12. März 2027, 19:30 • Messehalle 4
  • Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 6 a-Moll
  • Felix Mildenberger, Dirigent

Als Gustav Mahler in den Sommermonaten 1903 und 1904 an seiner 6. Sinfonie arbeitete, befand er sich – jedenfalls von außen betrachtet – auf der Sonnenseite des Lebens. Andere Komponisten hätten diese Phase persönlicher Glücksmomente in heiterer Musik verewigt. Gustav Mahler aber schreibt in dieser Zeit seine düstere 6. Sinfonie, die voll ist von dramatischen Abgründen, die dieser Musik zugleich eine extreme Spannung verleihen. Später wird er sie seine »Tragische« nennen. Es ist die Sinfonie, in der er am meisten von seinen inneren Kämpfen und seinem seelischen Schmerz angesichts seiner früh schon überschatteten Ehe preisgibt.

Trotz ihrer dunklen Anlage berührt diese Sinfonie zutiefst durch ihre emotionale Intensität, die monumentale Klangsprache und die faszinierende Verarbeitung des inneren Zwiespalts. Besonders schön und ergreifend sind der eindringliche Kontrast zwischen hoffnungsvollen Momenten und tiefer Verzweiflung, die strenge klassische Form gepaart mit moderner Harmonik. Ein prägnantes, aber auch geheimnisvolles Schicksalsmotiv durchzieht die Sätze. In einem zweiten, ruhigeren Thema zeichnet Mahler ein Porträt seiner Frau. »Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht«, schreibt er ihr.

Mahler wäre nicht Mahler, wenn er seine Hörer aus der Versunkenheit nicht auch ins Licht führen würde. So wie im zweiten Satz mit seinem Naturidyll, den Ländlerklängen und den elegischen Passagen im Solohorn.

Mit dieser 6. Sinfonie schuf Mahler ein voluminöses musikalisches Gemälde mit außergewöhnlichem Instrumentarium – von Herdenglocken bis zu dem berüchtigten Holzhammer im letzten Satz. Etwa einhundert Musiker erfordert die Partitur. Mit ihren etwa 85 Minuten ist diese Sinfonie so lang wie eine einaktige Oper. Geleitet wird diese besondere Aufführung von GMD Felix Mildenberger.